Vedere l’invisibile

Lukrez 1417-2017:
letture contemporanee del De rerum natura – die zeitgenössische Sicht auf sein „De rerum natura“.
600 Jahre nach der Wiederentdeckung von Lukrez beleuchten ein 2-tägiges Symposium und eine Reihe von Vorlesungen internationaler Wissenschaftler die Aktualität des De rerum natura.

600 Jahre nach der Wiederentdeckung des De rerum natura von Lukrez beleuchten Symposium und Ausstellung an der Universität Bologna seine Aktualität
Ausstellung zum Symposium in Bologna

In seinen Amerikanischen Vorlesungen hat Italo Calvino 1985 kurz vor seinem Tod geschrieben:
»Das De rerum natura von Lukrez ist die erste große Dichtung, in der das Erkennen von Welt Auflösung ihres festen Gefüges bedeutet, Wahrnehmung von dem, was unendlich klein, beweglich und leicht ist …
Die Poesie des Unsichtbaren, die Poesie der unendlichen, nicht voraussehbaren Potentialitäten, entsteht, ebenso wie die Poesie des Nichts, durch einen Dichter, der an der Körperlichkeit der Welt nicht zweifelt.«
Italo Calvino, Lezioni americane. Sei proposte per il prossimo millennio, Mailand 1988;
deutsch: Amerikanische Vorlesungen. Sechs Vorschläge für das nächste Jahrtausend

In ihrem Bologneser Vortrag „Lucrezio e Italo Calvino: dalla fase combinatoria alle Lezioni americane“ behandelt Elenea Nicoli ausführlich Calvinos Beziehung zu Lukrez, ganz besonders im Hinblick auf den Begriff der Leichtigkeit.

Wie lebt Lukrez in Dichtung und bildender Kunst heute fort?

Vedere l’invisibile. Lucrezio nell’Arte Contemporanea
21. November 2017 bis 14. Januar 2018
Dese Frage stellt sich die Ausstellung: „Das Unsichtbare sehen – Lukrez in der zeitgenössischen Kunst“ in den Räumen der Biblioteca Universitaria von Bologna und des Museo di Palazzo Poggi, die die Rezeption von Lukrez in zeitgenössischer Kunst und Wahrnehmung aufspürt.

Tre opere per Titus Lucretius Caro ist ein Künstlerbuch von Helmut Dirnaichner aus dem Jahr 2011, herausgegeben von Alina Kalczynska.
Tre opere per Titus Lucretius Caro, 2011.
Künstlerbuch hg. von Alina Kalczynska, 30x28cm. Detail: Lapislazuli, Zellulose.

Für die Kuratoren der Ausstellung sind es die Bilder und Metaphern, mit denen Lukrez die Grundzüge der Philosophie Epikurs vermittelt, die mit innovativer Kraft auf Dichter und Künstler gewirkt haben. Sie haben Nachdichtungen, Künstlerbücher, Skulpturen und Installationen angeregt, in denen das Poem von Lukrez auf unterschiedliche Weise präsent ist.
Vom Erstdruck des De rerum natura in Brescia, 1472/1473, von der ersten Übersetzung ins Italienische durch Alessandro Marchetti (um 1664-67), 1717 in London gedruckt, über die illustrierten Ausgaben, die in Italien, Frankreich, Russland und den USA im 20. Jahrhundert erschienen sind, über Nachdichtungen, Künstlerbücher, bis zu Skulpturen und Installationen sind Werke von Enrico Baj, Alik Cavaliere, Giulio Paolini, Massimo Kaufmann, Curt Asker, Tom Biby und Jonathan Fetter-Vorm, Giulia Napoleone und Helmut Dirnaichner zu sehen.

Dirnaichners Künstlerbuch „Tre opere. Per Titus Lucretius Caro“, hg. von Alina Kalczyńska, Mailand, All’Insegna del Pesce d’Oro, 2011 enthält drei Werke, „geschaffen mit Steinstaub, in der für Dirnaichner typischen Technik, die die Stofflichkeit der Natur spüren lässt“ (Pressemitteilung der Universität Bologna).

Link zur Ausstellung

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