Date Archives September 2017

Neuer Kunstverein Aschaffenburg

NEUER KUNSTVEREIN ASCHAFFENBURG e.V.,
Landingstr. 16, 63739 Aschaffenburg
NKV Aschaffenburg im KunstLANDing

papier = kunst 9

kuratiert von Elisabeth Claus und Heinz Bartkowski

24. September – 19. November 2017

Beteiligte Künstler: Christoph Dahlhausen, Helmut Dirnaichner, Katharina Fischborn, Christian Frosch, Sabine Jacobs, Irmtraud Klug-Berninger, Maren Ruben, Heike Weber, Tilmann Zahn.

Rezension von Christoph Schütte in Rhein-Main-Zeitung der FAZ, 20.10.2017 mit dem Titel:
Mach das Fenster auf, damit die Kunst tanzen kann

Die Materie beginnt zu schweben – in den Raum gemalt

Ausgangspunkt für meine Installation war die vorgefundene gußeiserne Säule in der Raummitte, mit einem angedeuteten Kapitell. Mithilfe eines Gestänges verwandle ich dieses stützende architektonische Element in das Zentrum einer schwebenden, sich durch Bewegung und Licht verändernden dynamischen Raumstruktur, wobei die Lanzetten als in die Luft gezeichnete Pinselstriche aufgefasst werden können.

Die große Installation im Neuen Kunstverein Aschaffenburg mit dem Titel »Lapislazuli, Vivianit, Zinnober« besteht aus 48 geschöpften Lanzett-Formen, die vermischt mit dem zerstoßenen Mineral (Lapislazuli, Vivianit, Malachit, Zinnober, Hämatit, Shungit), körperhaft sind. Der Stein verliert seine Schwere, verteilt auf das gesamte Blatt, bewegt sich und transformiert sich, wie ein Blatt im Winde, das in seiner Größe leicht erscheint, aber neben dem Schwerelosen auch die Schwere demonstriert. Die Zellulose bindet das Mineral und das Kristalline der Mineralien reflektiert das Licht, ein leichter Luftzug bringt alles in Bewegung.
Den Mittelpunkt bildet die gußeiserne Säule, die Stütze des Raums, die Blätter tanzen rundherum und verbinden sich mit dem Statischen und mit dem licht- und lufterfüllten Raum. Sie beschreiben eine imaginäre Säule mit einem Durchmesser von vier Metern, getragen und gestützt von einer wirklichen Säule. Eine bewegte, dynamische Skulptur, die der Beschauer als Ganzheit empfinden kann, indem er um sie herumgeht.

»das Blau fliegt
der Meteorit versinkt in dunkler Erde
unten liegt die Erde schwarz
das Blau tanzt weiter
vom Himmel losgelöst«

aus dem Gedicht »er tanzt im Wind…«
Helmut Dirnaichner 2011
Plakat zur Ausstellung papier = kunst 9, Neuer Kunstverein Aschaffenburg
Plakat zur Ausstellung papier = kunst 9, Neuer Kunstverein Aschaffenburg

Anknüpfend an die lange Tradition der Papierherstellung in Aschaffenburg bis nach dem 2. Weltkrieg widmet sich der NKV Aschaffenburg seit seiner Gründung dem Material Papier als eigenständigem Medium in der Kunst. Zum 9. Mal zeigen wir in der Reihe „papier = kunst“ innovative Positionen der Papierkunst. Die eingeladenen KünstlerInnen präsentieren skulpturale Objekte, Wandobjekte, Papier- und Scherenschnitte, Collagen, Verflechtungen und Rauminstallationen in den unterschiedlichsten Papiermaterialitäten.

BIANCO E NERO

Galleria Consadori
Via Brera 2
Mailand

Die differenzierte Farbigkeit von Schwarz erforscht Helmut Dirnaichner bei dem Werk Avorio Tormalina aus der Stofflichkeit heraus.
„Avorio Tormalina“, 2014
Gebranntes Elfenbein, Turmalin, Zellulose; 23 x 23 cm.

Bergkristall und Obsidian sind die Materien, mit denen Helmut Dirnaichner in diesem Werk die feinen Nuancen von Weiß erforscht.
„Cristallo di rocca Ossidiana“, 2016
Bergkristall, Obsidian, Zellulose auf Holz; 37,5 x 37,5 cm.

Die Galleria Anna Maria Consadori in Mailand widmet die Saisoneröffnung dem Farbenpaar
BIANCO E NERO, Weiß und Schwarz.

Eröffnung am 14. September 2017
Ausstellung vom 15. September – 21. Oktober 2017

Ausgewählte Bilder, Skulpturen, Fotografien und Designobjekte reflektieren das Ausstellungsthema, das Gegensätzliche und Kontrastierende, die zarten Reliefs und klaren Konturen, die strengen Akzente und differenzierten Variationen von Licht und Schatten, als Forte und Pianissimo im räumlichen Zusammenspiel.

Helmut Dirnaichner ist daran mit den Arbeiten Avorio Tormalina, 2014 und Cristallo di Rocca Ossidiana, 2016 beteiligt. Die verschiedenen Materien mit unterschiedlicher Oberfläche, Struktur und Körnung, die Nuançen von Weiß und das Glitzern vom schwarzen Turmalin erforschen BIANCO E NERO aus der Stofflichkeit heraus.

Galleria Anna Maria Consadori

Beteiligte Künstler:
Carla Accardi; Agostino Bonalumi; Enrico Castellani; Paolo De Cuarto; Helmut Dirnaichner; Agostino Ferrari; Franco Grignani; Richard Hambleton; Damien Hirst; Jannis Kounellis; Pavel Mansuroff; Armando Marrocco; François Morellet; Bruno Munari; Matteo Naggi; Daniela Nenciulescu; Tullio Pericoli; Marco Petrus; Pablo Picasso; Man Ray; Gerhard Richter; Angelo Savelli; Paolo Schiavocampo; Giuseppe Spagnulo; Clino Trini Castelli; Luigi Veronesi; Renato Volpini

Design:
Angelo Brotto; Beppe De Giuli; Tom Dixon; Fontana Arte; Vittorio Gregotti; Vico Magistretti; Enzo Mari; Willy Rizzo; Giotto Stoppino; Carla Venosta

Fotografie:
Valentina Angeloni; Matteo Cirenei; Mario Crimella; William H. Short