Erde Wasser Sumpf

„Noch in der Studienzeit hat Dirnaichner auch zwei Entscheidungen getroffen, die sich in seinen Arbeiten bis heute geltend machen. Die eine betrifft seine ‚Palette‘. Allen Möglichkeiten, die die Farbenindustrie dem Maler bietet, entsagt Dirnaichner zugunsten einer Beschränkung auf natürliche Pigmente, wie sie schon seit dem Altertum in Gebrauch waren…
Die Auseinandersetzung mit der Natur im weitesten Sinn unterscheidet Dirnaichners Malaktionen von den Environments anderer Künstler. …
Für Dirnaichner wird die Arbeit mit farbigen Erden und Steinen zu einer unablässigen Auseinandersetzung mit den Elementen, wozu sensitive Wahrnehmung und körperlicher Einsatz sich verbünden. Sein Sensorium für die haptischen und optischen Qualitäten von Erden und Steinen leitet ihn von Fundort zu Fundort. In Handarbeit wird die feste und trockene Materie zerkleinert und in einen wasserkonformen Zustand versetzt, ohne doch dabei ihre körnige und kristalline Struktur zu zerstören. Das Neue, das aus der Vermählung des Festen mit dem Flüssigen entsteht, wird ans Licht gehoben.“
Elmar Hertrich
zitiert aus: Von van de Velde zu Dirnaichner. Über einige Berührungspunkte zwischen elementarem Bilddenken der Moderne und antiker Naturanschauung in: Helmut Dirnaichner, ante mare et terras, Künstlerbücher 1979-2001, mit einem Werkverzeichnis bearbeitet von Annette Reich, Institut für moderne Kunst Nürnberg 2001

Die Werkreihe Erde Wasser Sumpf, Steine Wasser Sumpf, Kohle Wasser Sumpf wurde erstmals im Oktober 2003 in der Geschäftstelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn Bad Godesberg ausgestellt. Lesen Sie hierzu den Beitrag im Blog auf dieser Website:
Künstlerische Entdeckung der Erde

Artikel im DFG Magazin

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