Begegnung der Materien im Bild: 1991 entwickelt Helmut Dirnaichner aus den großen Rauminstallationen von 1988, 1989 und 1990 in Eindhoven, Bremen und Zürich Arbeiten, in denen mehrere Materien in einer strengen, rechteckigen Form einander gegenübergestellt werden. Die Gegenüberstellung erzeugt Spannung durch die verschiedenen Helligkeiten, verbunden mit der spezifischen Struktur und Körnung der jeweiligen Minerale, wie Vulkanasche, Kohle, Basalt, Zinnober, Malachit, Kieselstein, Azurit, Lapislazuli und Vivianit.
Die einzelnen Teile sind in minimalem Abstand zueinander als Reihung installiert oder in einem integrierten Prozess als körperhaftes Wandobjekt verwirklicht.
Alberto Crespi schreibt in seinem Essay „Steinfarbe“ in: „Pietracolore, Helmut Dirnaichner“, 2018 über das Werk „Steinpfad“ 1997 und die Rauminstallationen Helmut Dirnaichners:
„… die hochraffinierte Farbklaviatur ‘Steinpfad’, aus dem Jahr ’97 ist eine Komposition, bei der die Grundharmonie zu einem polarlichthaften Zwischenzustand strebt, zwischen Modalität und Tonalität schwebend, wie bei den gleichzeitig entstehenden Werken aus Bergkristall …
Die ‘Sequenzen’ selbst, obwohl sie als Gesamtheiten konzipiert sind, respektieren mit den minimalen Zwischenräumen zwischen den sie konstituierenden Elementen den Atem jedes einzelnen Teils …“
„Häufig, und seiner künstlerischen Idee gemäß, wählt der Künstler die Arbeiten so aus, dass er auf die Merkmale des Ausstellungsortes eingeht: sei dieser antik mit Bögen, Nischen und Säulen oder modern, bis hin zu stillgelegten Fabrikhallen, oder wie ein minimalistischer Open Space, wie in unserem aktuellen Fall. Konstant ist er darauf bedacht, die Werke weit auseinander zu hängen, ihnen den größtmöglichen Atem zuzugestehen, damit sie mit dem Ambiente interagieren können, ganz dem Bedürfnis entsprechend, ‘über den Raum hinaus’ vorzudringen. Bei Dirnaichners Ausstellungen wird man nie auf eine dichte Ansammlung von Arbeiten treffen, da für den Künstler seit seinen Anfängen das Prinzip der Reduktion gilt. Zwei Gründe gibt es dafür: der Respekt vor der Freiheit einer jeden Arbeit und die Prägnanz, die jede von ihnen besitzt.“
Alberto Crespi in „Pietracolore, Helmut Dirnaichner“, heart book 30, Vimercate 2018 mit Texten von Simona Bartolena, Alberto Crespi, Christine Dirnaichner
Blogbeitrag zur Ausstellung pietracolore, spazier heart, Vimercate, 2018
Blogbeitrag zur Ausstellung Felder Farben Schichte, Galerie Grewenig Nissen, Heidelberg 2013






